4. Suhler Trollwanderung

 

Wo sich Fuchs und Hexe gute Nacht sagen

Es ist schon über ein Jahr her, seit sich die Suhler Kinder auf den Weg machten um die alten Trolle von dem Bann zu befreien, mit dem die alte Hexe sie und am Ende auch sich selber an den Wald gebunden hatte. Und ebenso lange währt nun schon der Streit zwischen dem Oberlehrer der Trollschule und den Hexen. Noch immer meinte der Lehrer, dass auch Trollkinder so früh wie möglich zur Schule gehen müssen und noch immer meinten die Hexen, dass auch Trollkinder so lange wie möglich Kinder bleiben sollten. Da Trolle sehr sehr alt werden, bliebe ja noch genug Zeit, die Schulbank zu drücken.

Nun trug es sich zu, dass in der Stadt mal wieder ein großes Fest ausgerichtet wurde um etwas gegen den Griesgram zu unternehmen. Ja, den Griesgram gab es immer noch und er nutzte weiterhin jede Möglichkeit, sich in Suhl breit zu machen. Selbst auf Wahlplakaten soll er schon gesehen worden sein. Und man hatte Angst, dass es der Griesgram eines Tages schaffen könnte, die gesamte Macht an sich zu reißen. Und das galt es natürlich zu verhindern. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es dem Griesgram zu wider war, wenn er fröhliche Menschen erlebte. So versammelte sich alles, was Rang und Namen, hatte auf diesem Fest und auch die Hexen und der alte Lehrer durften natürlich nicht fehlen. Natürlich kann man nicht dem Griesgram gegenüber treten, wenn man selbst im Clinch liegt und so siegte die Vernunft und man einigte sich auf einen Kompromiss. Die kleinen Trolle sollten sich einigen Prüfungen stellen um zu beweisen, dass sich auch ohne die Schulbank zu drücken, durch Leben schlagen konnten.

Doch dazu sollte es nicht mehr kommen! In dem Moment, als die Prüfungen beginnen sollten ertönte plötzlich lautes Geschrei und Gezeter und alle schraken zusammen. Auch Geschrei und Gezeter sind völlig ungeeignet, gegen den Griesgram zu kämpfen. Erstaunt blickten sich alle um und entdeckten ein uraltes Fuchs-Ehepaar, welches fürchterlich miteinander zankte und nichts von der Umgebung mitbekam. Im Schlepptau hatten sie ein riesiges wandelndes Märchenbuch, das ebenso aufgeregt schien. Dem alten Lehrer gelang es schließlich, die drei zu beruhigen und sie in ihre Mitte einzuladen. Er bat Frau Fuchs zu erzählen, was denn der Grund der Aufregung war und so erfuhren alle, dass sich im Wald eine neue geheime Macht breit machte, die mit Hilfe einer dunklen Magie versuchte, alle Märchen, Geschichten und Sagen rund um Suhl aus dem Gedächtnis der Menschen und Trolle zu löschen. Wenn man keine Erinnerung mehr an seine Geschichte hat, verfällt man sehr schnell dem Griesgram und nun wussten alle, wer da seine Finger im Spiel hatte. Sofort waren sich alle einig, dass man dagegen etwas tun musste und man fragte die Hexen um Rat. Die taten sich zusammen und erschufen ein magisches Tor, durch das die Kinder in die geheimnisvolle Welt der Märchen eintauchten und so ihr neues Abenteuer erlebten…

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