Als der Griesgram fast gewonnen hätte

Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, da machten sich die Kinder aus Suhl wieder auf, dem Griesgram den Garaus zu machen. Dieses Mal war es ein besonders beschwerlicher Weg. Und auch gefährlich ist er gewesen. Dem Griesgram ist es nämlich gelungen einen uralten Drachen zu wecken und für seine Zwecke zu gewinnen. Viele von euch werden sich noch an das Spektakel erinnern als es den Kindern schließlich gelang, das furchterregende Monster zu bannen. Alle dachten, der Griesgram wäre besiegt. Sie feierten ein großes Fest und gingen dann erschöpft aber glücklich nach Hause, wo sie ihren Eltern von dem großen Abenteuer erzählten.

Doch leider ist etwas gehörig schief gegangen. Bevor es den Kindern gelang, den Drachen zu bezwingen, spuckte dieser Feuer, Qualm und Schwefel in die Luft. Der Griesgram konnte heimlich einen Teil von dieser Wolke in einem magischen Gefäß auffangen und mit in sein Versteck nehmen. Das alles geschah unbemerkt von Kindern, Trollen und Hexen. Getrieben von riesigen Rachegelüsten hatte der Griesgram Schreckliches vor und machte sich auch sogleich ans Werk. Er fügte noch eine giftige Zutat in das Gefäß mit den Drachenausdünstungen, sprach einen uralten Zauber aus und war nun in der Lage, unendlich viel von diesem gefährlichen Gemisch herzustellen. Dann begab er sich in seinen Winterschlaf und träumte von seiner bisher größten Niederlage.

Der Winter war mild und der Schlaf unruhig. Als der Griesgram dann auch noch vom Spaß und der guten Laune der Kinder geweckt wurde, beschloss er, seinen finsteren Plan in die Tat umzusetzen. Unbemerkt von allen, begann er damit, sein Zaubergemisch über die ganze Welt zu verteilen. Schnell wurden viele Menschen krank und lange Zeit konnte sich niemand erklären, was da vor sich ging. Die einen taten alles als normale Grippe ab, andere schöpften den Verdacht, dass Könige und andere Herren etwas mit dieser seltsamen Krankheit zu tun haben könnten. Man gab unterschiedlichen Tieren die Schuld oder verdächtigte mächtige Generäle. Niemand kam auf die Idee, dass der Griesgram zu einer so schrecklichen Tat fähig war. Da ihm die Kinder aber in letzter Zeit so zugesetzt haben, was seine Wut nicht mehr zu bändigen. Die Menschen wurden also nicht nur krank, sie fingen auch an, sich bei jeder Gelegenheit zu streiten und sich die Schuld an der Misere zu geben. Lange Zeit sah es so aus, als könnte der Griesgram nun endgültig als großer Sieger hervorgehen.

Die Menschen begannen, sich in ihren Häusern zu verkriechen um sich vor der seltsamen Krankheit zu schützen. Erst durften die Kinder nicht mehr zur Schule gehen, was sie anfangs auch überhaupt nicht schlimm fanden. Dann wurden Spielplätze und andere Orte geschlossen, an denen man sich treffen konnte. Man konnte keine Feste mehr feiern, Besuche bei den Großeltern waren verboten und noch viele andere Dinge wurden probiert um zu verhindern, dass sich die Krankheit weiter ausbreiten konnte. Die Macht des Griesgrams wurde immer größer.

Überall taten sich Trolle, Hexen und Alchemisten zusammen um ganz schnell ein Heilmittel zu finden und dem Spuk ein Ende zu bereiten. Viele Menschen machten, was man ihnen sagte und blieben zu Hause. Viele begannen sich um Menschen zu kümmern, die besonders leicht krank werden konnten. In den Familien wurde sich an die guten alten Zeiten erinnert, als man gemeinsam spielte, kochte oder einfach miteinander erzählte. An manchen Orten wurde plötzlich auf Balkonen getanzt und gesungen, kurz gesagt, man tat alles, um es dem Griesgram auch dieses Mal so richtig zu zeigen.

Natürlich merkte auch der Griesgram, dass es knapp werden könnte und so streute er weiter Gerüchte, die von ihm ablenken sollten. Aber immer mehr Kinder merkten, mit wem sie es wirklich zu tun hatten und schmiedeten ihrerseits Pläne. So waren es wieder die Kleinen, die zu großen Helden wurden und alles taten um ihre Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten und ihre Geschwister zu beschützen. Sie machten das Beste aus der Situation, ließen sich die Laune nicht verderben und lachten dem Griesgram laut ins Gesicht.

Eines Tages wird also auch dieser Versuch gescheitert sein und sich alle großen und kleinen Kinder zu einem riesigen Fest auf dem Suhler Markt versammeln und gemeinsam ihren endgültigen Sieg über den Griesgram feiern. Versprochen!

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